Praxistipp: Arbeit mit "Anonymen Apostelinnen"
Die Künstlerin Violetta Zerni hat in einer Stipendiumsarbeit des Landes NRW zwei Zyklen erarbeitet: „Die anonymen Apostelinnen“ und „Das neue Abendmahl“. In ihrem ersten Arbeitsschritt zu den anonymen Apostelinnen sieht sie die Möglichkeit, Menschen Gestalt zu verleihen und Interpretationen offen zu halten.
Ich konnte zwei Stelen für die Frauenseelsorge erwerben, die zurzeit als Dauerleihgabe in der Kirche St. Peter, Krefeld-Uerdingen, stehen. So sind hier neben Petrus und Paulus und der Marienfigur auch zwei weitere Frauen sichtbar gemacht. Diese beiden Stelen stehen stellvertretend für Maria aus Magdala oder für andere Frauen in der Apostel*in-Nachfolge damals und heute.
Die eine, die sich aus der Dunkelheit kraftvoll hinaufschwingt,
die andere, ins Licht geholt, die ihre Hand segnend zu uns richtet.
So können Sie mit diesen Bildern in einer Gruppe arbeiten:
Laden Sie die Teilnehmerinnen ein, diese Bilder zu betrachten. Zunächst einzeln und in einem zweiten Schritt im Bezug zueinander.
- Was sehe ich?
- Welche Farben spielen eine Rolle?
- Was drückt für mich die Körperhaltung aus?
- Welche Fragen habe ich an das Bild?
- Welche Gedanken kommen mir zu den einzelnen Stelen?
- Für wen könnten diese Figuren stehen?
- Was verkörpern sie?
- Mit welcher Haltung begegnen sie mir?
- Wenn wir den Frauengestalten Worte in den Mund legen: Was sagen sie mir persönlich?
- Was können sie mir und uns als Frauen in der Kirche und in der Welt heute mitgeben?
Frauen in MEINEM Leben
- Welche Frauen gibt es in meinem Leben, die mich unterstützt haben und die mir sofort in den Sinn kommen (sichtbar gemacht durch die lichtvollen Farben – siehe Farbstele)?
- Welche Frauen finde ich erst nach einigen Überlegungen in meinem Leben, die mir Kraft geben/gaben (siehe kraftvolle Schattengestalt)?
Frauen in Bibel, Kirche und Gesellschaft
- Gemeinsam Beispiele suchen für Frauen, die in Bibel, Kirche und Gesellschaft schon eine Rolle spielen.
- In einem weiteren Schritt Beispiele suchen für Frauen, die in den Schatten gedrängt sind.
- Sie können auch Namen von bekannten und unbekannten Frauen auf Karten schreiben (evtl. auf der Rückseite mit der Lebensgeschichte)
- oder den Teilnehmerinnen Zeit geben, selber zu recherchieren (je nach Zielgruppe).
- Anschließend können die Frauen einander vorgestellt werden.
Gunda Hagens, Frauenseelsorgerin in der Region Krefeld-Meerbusch, Bistum Aachen
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und Ihre Rückfragen:
gunda.hagens(at)bistum-aachen.de
Telefon: 02151 / 5319846
Homepage: www.frauenseelsorge-krefeld.de