Geschichte der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern
Im März 1967 beschloss die Bayerische Bischofskonferenz "zum Ausbau einer systematischen Frauenseelsorge die partnerschaftliche Mitarbeit der Frauen in vermehrtem Maße heranzuziehen." Am 26. Juli 1967 trafen sich die Frauenseelsorgerinnen zum ersten Mal. Sie beschlossen sich Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern zu nennen und die zuständigen Frauenseelsorger mit einzuladen. Somit blickt die Frauenseelsorge in Bayern am 26. Juli 2007 auf eine vierzigjährige Frauengeschichte zurück.
Am 12. Juli 2007 wird sie gemeinsam mit dem Referenten für Frauenseelsorge der Bayerischen Bischofskonferenz Dr. Walter Mixa in Freising dieses Jubiläum begehen.
Sein Vorgänger Bischof Dr. Josef Stimpfle war 1967 zum ersten Referent für Frauenseelsorge der Bayerischen Bischofskonferenz ernannt worden. Dieses Amt wurde nach ihm seinem Nachfolger Bischof Dr. Victor Josef Dammertz übergeben - von dem es auf Bischof Dr. Walter Mixa, damals Bischof von Eichstätt überging, der inzwischen wie seine Vorgänger zum Bischof von Augsburg ernannt wurde.
Die Arbeitsgemeinschaft studierte bei ihren häufigen Treffen die Situation der Frauen, die Entwicklungsprozesse ihrer einzelnen Lebensphasen. Ihre Mitglieder qualifizierten sich in vielen Kursen für Gruppenarbeit. Bekannt wurde die Frauenseelsorgein Bayern durch die Hefte "Das Thema" -begonnen von Theresia Hauser 1967 während ihrer Zeit beim Katholischen Frauenbund. Als Kardinal Döpfner Theresia Hauser im März 1967 brieflich mitteilte, dass sie von der Freisinger Bischofskonferenz zur "Bischöflichen Beauftragten für Frauenseelsorge in Bayern" ernannt worden war, war dies für sie eine große Überraschung, obwohl sie gemeinsam mit Prälat Sommer aus Passau und der Vorsitzenden des Frauenbundes Baronin Elisabeth zu Guttenberg schon Vorarbeit dazu geleistet hatte. In vielen Gesprächen hat sie den Weg dazu bereitet, denn sie teilten die Vision einer diözesanen Frauenseelsorge in Bayern.
Die Zeitschrift "Das Thema" zum Aushängeschild der Frauenseelsorge in Bayern, denn seine weite Verbreitung trug zur Entwicklung der Erwachsenenbildung in Deutschland entscheidend bei. Für die Frauenseelsorge war bis dahin, außer in der Diözese Bamberg, der Frauenbund mitverantwortlich gewesen. Die Unabhängigkeit der Frauenseelsorge von einem einzelnen Frauenverband sollte ermöglichen, dass sie Ansprechpartnerinnen für alle Frauen sein könne. Die Frauenseelsorge sollte Frauen in der Gesamtpastoral sichtbar machen. Von Beginn an war die Arbeit zielgruppenorientiert.
Ausgehend vom Menschenbild des zweiten vatikanischen Konzils sollte das Bewusstsein der Frauen von der "gleichen Würde" aller Getauften gestärkt werden. Theresia Hauser formuliert: "Frauenseelsorge sollte dazu beitragen, dass Frauen zu sich selbst kommen, Sprache finden, ihre Hoffnungen formulieren und zu ihrer Identität finden."
Bei der Würzburger Synode 1975 kamen die Frauen und die zuständigen Priester zur Einsicht, dass die Kirche in Deutschland ein Gremium brauche, das für alle Frauen der römisch-katholischen Kirche sprechen könne. Dokumentiert wurde dies in der Broschüre "Zur Stellung der Frauen in der Kirche heute", das für die Vollversammlung der Synode geschrieben wurde.
Elfriede Hirsch und Theresia Hauser sollten auf eine Einladung Kardinal Döpfners hin 1976 der Freisinger Bischofskonferenz die Anliegen der Frauen vortragen. Durch den Tod Kardinal Döpfners kam es nicht zu diesem Treffen.
In zwei Memoranden schilderte die AGFSB ihre Sorge um den "lautlosen Auszug der Frauen aus der Kirche." Sie beantragte bei der Freisinger Bischofskonferenz eine "Impulsstelle für die Frauenseelsorge in Bayern" mit zwei Mitarbeiterinnen. Diese wurde am 1.1.1979 errichtet, Theresia Hauser übernahm die Aufgabe der Leiterin der Pastoralen Impulsstelle für Frauen in Bayern noch zusätzlich zur Leitung der Frauenseelsorge in der Erzdiözese München und Freising.
1968 | Die Frauenseelsorge in Augsburg beginnt mit der Arbeit mit alleinerziehenden Frauen |
1969 | Als erste diözesane Arbeitgemeinschaft Frauenseelsorge entsteht im Erzbistum München und Freising eine Vernetzung der Frauenverbände mit der Frauenseelsorge, die anderen Diözesen folgen diesem Beispiel. Heute besteht diese Arbeitsgemeinschaft nur noch in der Diözese Regensburg, andere Gremien führen diese Arbeit in den anderen Bayerischen Diözesen z. T. auf anderer Ebene weiter. |
1970 | Erste Gespräche werden mit Weihbischof Gutting und den Verantwortlichen der Frauenseelsorge in anderen deutschen Diözesen geführt um eine Vernetzung zu erreichen. |
| Als ein Schwerpunkt der Arbeit hat sich der Weltgebetstag der Frauen herausgebildet. Der Anstoß für die Integration der römisch-katholischen Frauen in das deutsche Weltgebetstagskomitee kam aus Bayern. |
1971 | Delegierte der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern bei der Synode in Würzburg sind Theresia Hauser, Elfriede Hirsch und Annemarie Vollath. |
1971 | Die AGFSB verabschiedet ihre Definition der Tätigkeitsbereiche der Diözesanreferentin. |
1972 | Erste Arbeitskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge bundesweit in Würzburg. Diese treffen finden bis heute statt. |
12.07.1973 | Die AGFSB stellt bei der Freisinger Bischofskonferenz einen Antrag auf Bestellung je einer hauptamtlichen Referentin für Alleinerziehende innerhalb der Frauenseelsorge in allen bayerischen Diözesen. |
1976 | Verabschiedung einer Stellenbeschreibung für Referentinnen der Frauenseelsorge |
1978 | Die AGFSB überreicht der Bayerischen Bischofskonferenz ein Grundlagenpapier: "Konsequenzen für die Frauenseelsorge, die sich aus dem derzeitigen Verhältnis der Frauen zum Glauben und zur Kirche ergeben." |
1978 | Gemeinsame Konferenz der AG Katholischer Frauen Bayerns (Frauenverbände) und der AGFSB |
1984 | Erste Jahrestagung des Arbeitskreises Alleinerziehender Mütter |
1984 | Gertrud Gnau wird kommissarische Nachfolgerin von Theresia Hauser als Leiterin der pastoralen Impulsstelle für Frauenseelsorge und gleichzeitig kommissarische Leiterin des Referates Frauenseelsorge der Erzdiözese München und Freising |
1986 | Die AGFSB beschließt die Herausgabe von "Das Thema" aufzugeben. |
1987 | Die pastorale Impulsstelle ist nicht mehr besetzt. Die Aufgaben werden verteilt. |
1988 | Gertrud Peuschel regt in München die Eröffnung des "Hauses Dorothee", an, einer Begegnungsstätte für Alleinerziehende. |
10/1989 | Auf Initiative Mechthild Hennigs hin eröffnet die Frauenseelsorge Passau ihre Begegnungsstätte für Frauen, kombiniert mit einem Frauenhaus |
01.04.1994 | Errichtung der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern mit den beiden Leiterinnen Irene Löffler und Birgit Schneider. |
1996 | Die Leiterinnen der Geschäftsstelle berichten über ihr Arbeit und die Situation katholischer Frauen in Bayern bei der Freisinger Bischofskonferenz |
2001 | Nach dem Ausscheiden von Dr. Birgit Schneider übernimmt die alleinige Verantwortung für die Aufgaben der Geschäftsstelle Irene Löffler |
2001 | Erstes Führungstraining der AGFSB gemeinsam mit dem Institut für Theologische und Pastorale Fortbildung in Freising unter dem Titel: "Kompetenz - Macht - Autorität" im Kardinal Döpfner-Haus in Freising |
05.03.2002 | Studientag zu 20 Jahre Bischofswort "Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft" veranstaltet von der AG Katholischer Frauen Bayerns und der AGFSB |
11/2002 | Einweihung der neuen Räume des Hauses Dorothee |
26.02.2003 | Präsentation der Grundlinien der Frauenseelsorge Bayern bei der Arbeitskonferenz. |
2005 bis | Führungstraining der AG Frauenseelsorge Bayern gemeinsam mit dem Institut für theologische und pastorale Fortbildung Freising im Kardinal-Döpfner-Haus in Freising |
10/2008 | Geplant: 3. Führungstraining der AG Frauenseelsorge Bayern gemeinsam mit dem Institut für theologische und pastorale Fortbildung Freising im Kardinal Döpfner-Haus in Freising und dem Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg |
Zum gegenwärtigen Stand der Frauenseelsorge in Bayern beachten Sie bitte die Verlinkung zu den Diözesanreferaten.
Irene Löffler, 9/2006
Auszüge aus dem Heft zum Herunterladen:
Seiten 1, 2 und 9
Festgottesdienst
Literaturliste zum Thema "Wasser"
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