Grundlinien der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern
Unterwegs zu den Quellen des Lebens
Die Frauenseelsorge in Bayern ermöglicht Frauen Gott, dem Urgrund ihrer Spiritualität, zu begegnen und in ihrem Leben Raum zu geben. Die Frohe Botschaft wird zur Quelle des Lebens. Frauen erleben, was Jesus der Samariterin am Brunnen zusprach: lebendiges Wasser, das in ihnen selbst zur sprudelnden Quelle wird (s. Joh 4,7-42).
Die Frauenseelsorge versteht sich als Angebot zur Weg- und Glaubensbegleitung von Frauen. Sie schafft Lernorte des Glabuens, an denen Frauen ihre religiöse Identität finden können.
Grundlage der Frauenseelsorge sind die Prinzipien, die im Hirtenwort der deutschen Bischöfe "Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft" von 1981 veröffentlicht wurden. Darin heißt es unter anderem:
"Die Kirche soll Modell für das gleichwertige und partnerschaftliche Zusammenleben und Wirken von Männern und Frauen sein." (S. 19)
Wir erfüllen den Auftrag der Bischöfe "die Situation, die Probleme, die Interessen und Bedürfnisse der Frauen in der Kirche für die Gesamtpastoral offen uönd freimütig darzustellen." (S. 22)
"Frauenseelsorge gilt dabei besonders den Frauen in Glaubens- und Lebensnot, Frauen, die nach Neuorientierung suche, Frauen, die sich ovn der Kirche distanzhiert haben." (S. 22)
Die Frauenseelsorge in Bayern weiß sich einer vierzigjährigen Frauengeschichte verpflichtet. Sie erneuert sich immer wieder im Dialog mit Partnerinnen und Partnern auf dem gemeinsamen christlichen Weg. Im Blick auf die sich wandelnde Situation der Frau in der postmodernen Gesellschaft sind wir mit den Frauen unterwegs zu den Quellen des Lebens.
Wer sind wir?
Die Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern (AGFSB) setzt sich zusammen aus der Leiterin ihrer Geschäftsstelle, den Referentinnen und den für die Frauenseelsorge zuständigen Leiterinnen sowie den für die Frauenseelsorge verantwortlichen Priestern der bayerischen (Erz-) Diözesen (Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Regensburg, Passau und Würzburg).
Die Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern hat keine Weisungsbefugnis für die Diözesen. Sie hat die Aufgabe, die Frauenseelsorge in den einzelnen Diözesen Bayerns zu begleiten und zu fördern.
Die Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge hat ihre Geschäftsstelle in München.
Für wen sind wir da?
Der Frauenseelsorge sind alle Frauen willkommen: Frauen jeden Alters, Frauen in vielfältigen Lebenssituationen und in unterschiedlicher Nähe zur Kirche. Die Arbeit mit Alleinerziehenden stellt einen eigenen Schwerpunkt innerhalb der Frauen Seelsorge Bayerns dar, für die es in den meisten Diözesen eigene Referentinnen gibt.
Wir unterstützen und begleiten haupt- und ehrenamtliche Frauen in der Kirche. Zugleich verstehen wir unsere Arbeit als subsidiären Dienst an den Gemeinden.
Was bieten wir an?
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft orientieren sich in den Angeboten in ihren Diözesen an der ganzheitlichen Zusammenschau von Glaube und Leben. So wird die befreiende Kraft des Evangeliums lebendig.
Die Angebote
- knüpfen an den verschiedenen Lebenswelten und Erfahrungen von Frauen an, nehmen sie ernst und machen sie zum Thema
- erschließen den christlichen Glauben als Lebenskonzept, das sich gerade in Krisensituationen als heilsam erweisen kann
- ermöglichen Begegnung und Austausch von Lebens- und Glaubenserfahrungen auch mit Frauen anderer Religionen und Kulturkreise
- machen aufmerksam auf weibliche Gotteserfahrungen und -erkenntnisse und deren Ausdrucksformen in der Spiritualitätsgeschichte von Frauen
- vermitteln Ergebnisse theologischer Forschung von Frauen und Impulse der allgemeinen Frauenforschung
- bestärken Frauen in ihrem Engagement für Familie, Kirche, Gesellschaft und Politik und regen sie zur Auseinandersetzung mit Entwicklungen in diesen Bereichen an.
Die Frauenseelsorge legt in ihrer Arbeit besonderen Wert darauf "für das Fehlende da zu sein", d.h. ansprechbar zu sein für Anliegen der Frauen, die sonst in Gemeinden oder Verbänden wenig oder keinen Raum finden.
Was erleben Frauen bei uns?
In der Vielfalt von Angebotsformen erleben Frauen
- heilendes und heilvolles Handeln nach dem Vorbild Jesu
- geistliche Begleitung durch Frauen
- einen achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander
- ganzheitliche Methoden, die ein Auftanken, Kraftschöpfen und Zur-Ruhe-Kommen ermöglichen
- Anerkennung in ihren Stärken und gegenseitige Unterstützung
- Verschiedenheit als Bereicherung und Herausforderung wie die Mailänder Philosophinnen im Affidamento-Ansatz beschreiben (Affida mento: "wertschaffendes Anvertrauen, neue Beziehungskultur unter Frauen")
- Vernetzung von Frauen zur Information und zum Austausch untereinander
- Neuentdeckung der Schätze der Frauengeschichte
- Ermutigung durch andere Frauen
- Raum zum Entdecken und Einbringen ihrer persönlichen Ressourcen und Kompetenzen.
